Gaststätte Eiche

Ein Gedicht von Max Vödisch
Ich habe heute frei die Wahl
und betrete den fremden Saal.
Ich kehre in die „Eiche“ ein
bei mattem, abendlichem Schein.

Ich schaue mich in Ruhe um,
beobachte das Publikum.
Hier gehen Menschen ein und aus,
doch einige fühlen sich nicht zu Haus.

Es bleibt so mancher einsam stehn,
wird kaum beachtet, übersehn.
Ein lauter Kreis will dominieren
und blind die Runde dirigieren.

Sie reden laut, sie wissen viel,
doch wahre Rücksicht ist kein Ziel.
Ich suche offne Unterhaltung,
doch häufig endet sie in Spaltung.

Aus kleiner Zwistigkeit im Nu
wächst herber Streit und nimmt noch zu.
Dann liegt Unruhe in der Luft,
der Abend verliert seinen Duft.

Ich frage mich, bevor ich geh,
ob ich die Welt noch recht versteh.
Vielleicht wird es beim nächsten Mal
ein wenig herzlicher im Saal.

Denn wo Respekt und Güte blühn,
wird es den Menschen heimwärts ziehn.
Ein jedes Herz schöpft neuen Mut
und was uns trennte, wird nun gut.

Informationen zum Gedicht: Gaststätte Eiche

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29.06.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.