Fuchs im Neon
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Sie lief durch die Straßen im ersten Licht,
ihr Lachen ein Funkeln, das Dächer zerbricht.
Sie nahm meine Liebe, so viel ich nur gab
und hielt mich in Atem, hielt mich auf Trab.
Wir reden von Freiheit, von Schuld, von Verstand,
und stürzen dann blind in ein digitales Land.
Sie schrieb mir ein Feuer, ließ Asche daraus,
ich renne durch die Nächte, finde nicht mehr nach Haus.
„Komm rein, trink einen Kaffee, vergiss diesen Schmerz.
Wir reden von früher, von Mut und dem Herz.“
Doch meine Gedanken sind aufgescheucht, rau
und draußen formiert sich die Meute im Grau.
Ich sah sie zuletzt im Neon der Stadt,
ein Glimmen im Haar, das mich taumelnd gemacht.
Sie nahm meine Liebe, so viel ich nur gab –
und scheuchte mich fort wie ein Fuchs vor dem Grab.
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