Frühling, weck mich später
Ein Gedicht von
Claudia Behrndt
Frühling, weck mich später, nicht heut,
wenn Licht durch meine Lider bricht.
Mein Herz ist noch vom Winter betreut
und scheut dein helles Angesicht.
Die Knospen platzen im Morgentau,
der Himmel spannt sein mildes Blau.
Doch meine Schritte gehen genau,
im Traum auf stiller, grauer Au.
Die Amsel ruft vom Apfelbaum,
ihr Lied weht weit ins Land hinaus.
Doch ich verharre wie im Traum,
in meinem leisen, dunklen Haus.
Wenn der Wind nach Aufbruch klingt
und jeder Zweig ins Helle strebt,
bleib ich, bis Müdigkeit versinkt
und neuer Mut in mir sich hebt.
Drum Frühling, zieh vorüber sacht,
mit Blüten, Duft und hellem Glanz.
Bis meine Seele neu erwacht
und mit dir wagt den ersten Tanz.
© Claudia Behrndt
03.03.2026
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