Frostfinger
Der Winter gierig greift nach mir
mit ungewaschenen Händen.
Ich zieh‘ den Kragen hoch und frier‘,
will diese Pein beenden.
Er legt mir Kälte auf die Zunge.
Eisblumen sprießen auf der Lunge.
Er flüstert mir leise Schnee ins Ohr.
Er kommt mir nah wie nie zuvor.
Sein alter und verbrauchter Atem
haucht grabeskalte Nebelschwaden.
Dann lässt er ab, noch übersatt von Nähe;
er nimmt sich Lebensenergie als Trophäe.
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