Erinnerung an F.
Ein Gedicht von
Ingrid Bezold
*14. April 2010*
Nun hat er sich ganz still davongemacht.
Kein Paukenschlag und kein Tamtam.
So war sein Abschied nicht gedacht;
er war fürwahr kein stiller Mann.
Das passt nicht - er war niemals zahm.
Hat stets gekämpft: Erfolg macht Spaß.
Für ihn gab´s immer einen Plan -
und halbvoll war auch jedes Glas.
Weil manche Dinge unverständlich sind,
hat er ihr Herz aufs Neue berührt.
Mit Reue - flehend wie ein Kind -.
Sie hat seine stummen Worte gespürt...
...und denkt an die Zeit, als sie glücklich waren.
Die dunklen Schatten sind längst verschwunden.
Seine Reue kam spät, denn seit ein paar Jahren,
hat er sein Glück bei der Andern gefunden.
Das Glück hielt jedoch nicht dem Alltag stand.
Hell strahlte es nur noch in jener Zeit,
als Luxus und Urlaub am weißen Strand -
beider Trugbild war für die Ewigkeit.
Das Leben malt eigene Schicksalsbilder...
durch Krankheit verlor es die bunten Farben.
Grau und kalt wurden Alltagsschilder,
als Worte und Gefühle starben.
*
Seit damals legt sie ihm Blumen ans Grab
Die Andere hat ihn lang schon vergessen -
den ersten und dann jeden Jahrestag ...
...ist längst von neuem Glück besessen.
*
Überarbeitet am 14.04.2026
(C) Ingrid Bezold
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