Endlich wieder Regenbogen

Ein Gedicht von Wolf-Rüdiger Guthmann
Wochenlang war Dürre bloß,
kein Tropfen kam als Regen.
Doch am Samstag ging es los,
der Himmel schien sich zu regen.

Blau und gelb und rot und grün,
diese Farben sind mindestens dabei,
wenn am Himmel Farben blühn,
entwickeln sich von selbst und frei.

Wenn sich ein Strahl Sonnenlicht,
einfach so und kess,
in einem Tropfen Regen bricht
ist das ein optischer Prozess.

Denn bei jedem Tropfen muss das Licht
an die gewölbten Wände klopfen,
damit sich so das Sonnenlicht
unter verschiedenen Winkeln bricht,

Denn es muss das Sonnenlicht
bei jedem dieser Tropfen,
damit es sich in Winkeln bricht
an die Wände klopfen.

Jeder Winkel hat schließlich
eine andere Farbe gesandt.
Alle Lichtstrahlen vereinigen sich
dann zu einem Farbenband.

Völlig frei und ganz parallel
reihen sie sich dicht aneinand,
kommen ohne Tadel und Fehl
und reichen dem Nachbarn die Hand.

Würde einer nur die Hand entziehen,
könnte so etwas nicht entstehen.
Alle Farben würden fliehen
und das Band zunichte gehen.

Da die Erde eine Kugel sein soll,
um die die Sonnenstrahlen zogen,
wird am Himmel wunderschön
aus dem Farbenband ein Bogen.

Ein Tropfen allein am Himmelszelt
und sei er noch so munter
ist zu klein für diese Welt
und geht im Licht der Sonne unter.

21.10.2018 © W.R.Guthmann

Informationen zum Gedicht: Endlich wieder Regenbogen

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21.10.2018
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Wolf-Rüdiger Guthmann) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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