Eine Stunde vor
Ein Gedicht von
Claudia Behrndt
Im späten März, ein leises Ziehn,
die Nacht wird schmal, der Morgen weit.
Durch Gärten, die im Dämmern blühn,
trägt leis der Himmel neues Kleid.
Die Zeiger heben sacht den Schritt,
ein Sprung nach vorn, so federleicht.
Als nähmen sie den Frühling mit,
wo Dunkel sanft dem Lichte weicht.
Die Stunde, die im Traum verweht,
liegt nun im Gold noch in der Luft.
Im Osten still der Morgen steht
und bringt schon zarten Blütenduft.
Wir reiben Schlaf uns aus den Blick,
ein Lied steigt auf ins junge Blau.
Die Lerchen steigen Stück für Stück,
als wüssten sie es ganz genau.
Wer eine Stunde ziehen lässt,
zwischen dem Jetzt und Morgenwind.
Gewinnt den Abend, hell und fest,
denn neu beginnt die Zeit – als Kind.
© Claudia Behrndt
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