Eine seltsame Begegnung

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Schäfer Heinz treibt seine Herde,
durch die Lüneburger Heide.
Das Heidekraut ist erblüht,
die Landschaft eine Augenweide.

Was für ein schöner Morgen,
die Sonne kommt heraus.
Ein Herr, im teuren Anzug,
steigt aus dem Auto aus.

"Wie groß ist ihre Herde?",
fragt der Jüngere den Alten.
"Wenn ich es ihnen sage,
darf ich ein Schaf behalten?"

Warum nicht, denkt der Schäfer.
Das errät der Bursche nie.
Doch der unbekannte Fremde,
entpuppt sich als Genie.

Er startet Google-Earth,
scannt die Tiere ein
und öffnet seine Datenbank.
"Es müssten 780 Schafe sein."

Der Schäfer ist verblüfft.
"Stimmt, es sind 780 Stück!"
Wenn ich ihren Beruf errate,
bekomme ich das Tier zurück?"

"Sicher", sagt der junge Mann,
"warum eigentlich nicht."
"Sie sind Unternehmensberater",
sagt er ihm ins Gesicht.

Der Anzugträger ist beeindruckt
und fragt den alten Mann:
"Woher haben sie das gewusst?
Sieht man mir das an?"

"Ihr unternehmerisches Denken,
keine Ahnung und viel Glück.
Dafür wollen sie noch bezahlt werden.
Das Schaf geht an mich zurück!"

Informationen zum Gedicht: Eine seltsame Begegnung

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20.07.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Gudrun Nagel-Wiemer) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.