Ein Wunsch nach Wahrheit

Ein Gedicht von Max Vödisch
Du ziehst mich an und stößt mich fort,
ich kenne weder Ziel noch Grund.
Mal suchst du meine Nähe dort,
mal schließt sich plötzlich nur dein Mund.

Sag, ist das Liebe oder Spiel,
ein Feuer, das noch in mir glüht?
Ich weiß nicht, ob davon viel blieb,
wenn deine Nähe langsam flieht.

Wer steht noch zwischen dir und mir,
wer nimmt den Platz, der meiner war?
Warum wird Nähe fremd bei dir,
und nichts an deinem Blick ist klar?

Ich brauch kein kunstvolles Wort von dir,
kein Ausweichen und keinen Schein.
Ich brauche nur die Wahrheit hier,
mag sie auch schmerzhaft für uns sein.

Sag, was in deinem Herzen ruht,
auch wenn die Antwort weh mir tut.
Ich weiß, die Wahrheit fordert Mut,
doch Schweigen macht am Ende Wut.

Ein Nein kann schneiden, tief und klar,
doch Ungewissheit bleibt besteh’n.
Ein Abschied wäre bitter, wahr,
doch schlimmer ist, im Kreis zu geh’n.

Informationen zum Gedicht: Ein Wunsch nach Wahrheit

22.09.2026
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