Echo der Seele
– Wenn die Erinnerung zerfällt –
Der Nebel kriecht in die Alleen,
wo einst ein klares Bild bestand.
Farben verblassen, Formen gehen,
entgleiten leis' der eig’nen Hand.
Ein Name schmilzt wie Eis im Licht,
gesprochen oft, nun stumm und fern.
Das liebste – vertrauteste – Gesicht
verliert den Glanz, verliert den Kern.
Der Geist mag seine Brücken brechen
und das Gestern wird zum leeren Raum.
Doch kann das Herz im Schweigen sprechen,
so bleibt der Duft und bleibt der Traum.
Auch bleibt das Echo von Gefühlen,
die Wärme einer Hand im Haar.
Ein tiefes, grundloses Erfühlen,
dass da mal Schutz und Liebe war.
Kein Wort hält stand, kein Bild verweilt,
wenn das Gedächtnis leise bricht.
Doch was man tief im Herzen teilt,
löscht selbst das große Vergessen nicht.
© Birgit Klingebeil
[2026]
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