Drei schöne Mädchen
Ein Gedicht von
Jasmin Pahlisch
Es hat' der Wirt zu Hohentann
drei wunderschöne Mädchen.
Er wollt' sie geben einem Mann,
so sprach's sich rum im Städtchen.
Die Älteste, so war es Brauch,
gab er an einen Recken.
Der füllte ihr nur schnell den Bauch,
ließ sich dann niederstrecken.
Die Zweite gab er einem Fürst
als Gespielin und Mätresse,
doch als sie einmal schwanger war,
verlor er's Interesse.
Die Jüngste aber sprach zum Wirt:
"So will ich niemals enden!
Bin ich dir nur ein gutes Pferd,
zu geben fremden Händen?
Ich will versuchen nun mein Glück
und suchen wilde Liebe.
Und find' ich's nicht, ist's mein Geschick,
dass ich wohl ledig bleibe!"
Bald kam ein Spielmann auf den Hof,
sie macht' ihm schöne Augen.
Ihr Herz hatte ihn ausgewählt!
Er konnte es kaum glauben.
Er sprach zu ihr: "Ich kann dir nicht
viel Macht und Gold dir geben.
Doch wenn du willst, sei du mein Licht,
ich schenke dir mein Leben!"
So zogen sie gemeinsam fort,
liebten mit Leidenschaft.
Keine Burg, kein Schloss ihr Hort,
denn Reichtum Glück nicht schafft!
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