Die Zeit zu Besuch

Ein Gedicht von Anita Hasel
Der kurze Tag ist wohlig warm.
Die Sonne nimmt mich in den Arm.
Sie streichelt meine blasse Haut.
Der Wind ist still, der Reif getaut.

Die Spatzen stimmen überein
beim Stelldichein im Sonnenschein
ertönt der Glocken ferner Klang.
Die Zeit wird mir so herrlich lang.

So unverhofft, und das ist schön,
der Zeit beim Bleiben zuzuseh’n.
Schon sprießt und rankt in meinem Sinn
die Phantasie; ich halt sie hin

als Angebot in meiner Hand,
ganz ohne Sinn, ohne Verstand.
Du liebe Zeit, bleib doch bei mir
als wacher Traum im Jetzt und Hier!

Da frischt der Wind ein wenig auf.
Die Spatzen picken nun zu Hauf,
um satt zu sein in kalter Nacht –
an’s Futter hat mein Mann gedacht.


Anita Hasel, Dez. 2016
www.zum-verweilen.de

Informationen zum Gedicht: Die Zeit zu Besuch

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14.12.2016
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