Die Wollfee

Ein Gedicht von Torsten Hildebrand
Die Wollfee sah von ihrem Berge,
wie die Not kam, mit Elendsstärke.
Im schönem Jahr der Funkelsterne.

Noch war die Not, in weiter Ferne.
Doch roch man schon, die Schlechtigkeiten;
die sich wie Vogelkot ausbreiten.

Die Wollfee strickt aus luft'gen Maschen:
die Gänseblümchenflügeltaschen,
in den nun: der kleine Trost verweilt.

Er fliegt von dannen. Das Tröstchen eilt,
um rechtzeitig heranzukommen.
Da ist die Not davon geschwommen.

Der Trost, der landete hernieder;
und sah zu einem Herzgefieder,
das zu viel wog, aus Traurigkeit.

Er flog hinüber, gab sein Geleit.
Und hat das schwere Herz bekost:
Mit Augengeist und Seelentrost.

Da lächelt sanft: die Wollgarnfee,
spricht zum Wind: " Mein Windchen weh!
Die Not trägt arge Hinterlist!
Wer weiß schon wo sie ist? "

Die Wollfee strickt den Regenbogen,
da wird der üblen Not ganz schlecht, -
hat sich ins Unterholz verzogen.

Die Wollfee spricht: " So ist es recht.
Ein Kummer ist nie ausgewogen.
Wer Freude hat, bleibt froh und echt.

Informationen zum Gedicht: Die Wollfee

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21.06.2015
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Torsten Hildebrand) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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