Die vier Jahreszeiten
Der Frühling
So unverhofft der Augenblick, von Wehmut hin zur Freude.
Ward grad noch lautlos, trist und grau, nun grün gefleckt.
Im Jahrestakt von Zauberhand mit viel Geschick,
empor sich drängt, was viel zu lang, sich tief und gut versteckt.
Schenk dem Trübsinn keinen Raum, Eile dich nun Licht und Farbe!
Vom starren Bett befreit der Fluss, die Wellen tanzen ihren Lauf.
Aus stillen Wassern wilde Bäche,
der karge Stamm nun blattgekrönt, zum stolzen Baum und Strauch.
Der Sommer
Dieses Meer aus tausend Farben, Wiesen, Felder, Wald und Flur,
mit den sanften Briesen toben, herzerfüllt vom Himmelsblau.
Alle Düfte wohl gemischt, süße Frucht und Blüte.
Lauer Sommerabend, in sattes Rot getaucht,
Millionen kleine Funken zur Sternenbildershow.
Der Herbst
Schon zieht ein neuer Geist in die Gemüter.
Der erste Frost, geballte Stürme, ein Wolkenband entlädt sei Nass.
Die Kunst des Neu Gestaltens, der Herbst tobt hemmungslos durchs Land.
Kein Ast vermag trotz Widerstand sein Blätterkleid zu halten,
im diesem dritten Akt, ein Schauspiel ohne Unterlass.
Der Winter
Was hat sich Mutter Erde den nur dabei gedacht?
Die Farben sind verschwunden, verschwunden all die Pracht.
Doch sieh, ein Tuch aus glitzernden Kristallen bedeckt das weite Land.
Die Bäume tragen Kronen aus Diamanten reich,
die Wege deckt ein Tuch aus Wattebäuschen, weich.
Jörg Stahlschmidt Nuthetal bei Potsdam
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