Die Stechmücke
Ein Gedicht von
Ingrid Bezold
Schwül warme Dunkelheit im Raum.
Laut tickt die Uhr. Schon zehn vor Drei.
Kein Ruheschlaf – kein tiefer Traum -
stattdessen dunkle Grübelei.
Die Augenlider werden schwer
und endlich naht ersehnter Schlaf.
Da fliegt ein Biest –sssst, sssst- umher;
umschwirrt mein Auge - und es traf!
Ich springe auf. Mich packt die Wut -
versuch, das Mistvieh zu besiegen,
doch dies summt „sssst“ und fühlt sich gut ...
holt neue Kraft zum weiterfliegen.
Kaum sichtbar lauernd im Versteck
sieht es mir zu – mit sich zufrieden.
Ich inspiziere jedes Eck
und seh´ mein Opfer nur beim fliegen.
Kein „sssst“ zu hören. Alles still.
Ich leg mich hin. Nun ist es Vier.
Als ich zur Ruhe kommen will,
sitzt dieses Biest dicht neben mir.
Aus und vorbei. Jetzt morde ich !
Die Zeitungsrolle in der Hand
schlage ich zu vorm nächsten Stich -
dann klebt es blutend an der Wand.
(C) Ingrid Bezold
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