Die Meise am Fenster
Ein Gedicht von
Claudia Behrndt
Die Meise flog ans Fenster schnell,
im Flug, da bog ihr Schnabel sich.
Ich nahm sie mit ins Haus ganz hell
und pflegte sie ganz fürsorglich.
Die Meise sprach: „Das Fenster scheint,
für uns wie freier Himmel weit.
Doch täuscht es uns, wenn Glas so scheint,
besonders in der hellen Zeit.“
Bald schlug sie leis ihr Flügelkleid,
noch schwach, doch kehrte Kraft zurück.
Sie flog zum Baum nicht mehr so weit
und fand dort oben neues Glück.
Dort saß sie still auf einem Ast
und ruhte sich im Winde aus.
Dann flog sie fort, nun frei von Last,
hinaus aus meinem warmen Haus.
© Claudia Behrndt
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