Die Klosterruine und Wasserfälle von ALLERHEILIGEN

Ein Gedicht von Jürgen Wagner
Ein Kloster hatte man gegründet
am Lierbach tief im Schwarzen Wald
Der Wildnis trotzte man im Glauben
‚Gott dienen‘ wurde hier Gestalt

Der Meister war hier die Natur
mit Kälte, Frost und Regenzeit
Gebet und Arbeit füllte Jahre,
Gemeinschaft trug die Einsamkeit

Der Lierbach floss im Sommer, Winter
und grub sich weiter in den Stein
Er scheute weder Fels noch Tiefen
und strömte ohne Angst um‘s Sein

Verborgen brauste er durch Schluchten,
er fiel – und sammelte sich dann
Nach sieben Stufen war’s vollbracht
Nun ging es wieder ruhig voran

Der Priester Lied stieg in die Höhe,
man lobte, betete tagaus tagein
Sechshundert Jahre war Gott gnädig –
dann schlug der Blitz ins Kloster ein

Doch sie war‘n auch im Kreis geborgen,
der Oben und das Unten eint
Das Wasser kann uns etwas lehren:
die Tiefen sind nicht unser Feind

Mit Bilder dazu: https://youtu.be/l-jb63TaILc
Anm.: Das Kloster Allerheiligen im Nordschwarzwald bestand 600 Jahre, dann wurde es von einem Blitz zerstört. Die Prämonstratenser hatten 1195 einen guten kraftvollen Ort gewählt. Der Lierbach ergießt sich unweit des Klosters über 7 Stufen und 66m in die Tiefe, was damals noch schwer zugänglich war. Hier konnte man abgeschieden und still leben und trotzdem die Menschen im Umfeld seelsorgerlich begleiten.

Informationen zum Gedicht: Die Klosterruine und Wasserfälle von ALLERHEILIGEN

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31.07.2020
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Jürgen Wagner) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.
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