Die Hände der Lebenden
Eines Tages
wird der Körper
uns nicht mehr erkennen.
Die Hände werden Dinge fallen lassen,
die sie ein Leben lang
festgehalten haben.
Das Herz,
dieser blinde Arbeiter,
wird seine Schicht beenden,
ohne Abschied,
ohne Erklärung.
Was bleibt dann
von all dem inneren Lärm?
Von der Angst,
nicht genug gewesen zu sein?
Von den Nächten,
in denen wir glaubten,
unser Schmerz sei einzigartig
und deshalb unsterblich?
Vielleicht bleibt nur
eine Vertiefung im Kissen,
ein Mantel im Schrank,
eine Nummer,
die niemand mehr anruft.
Und für eine Weile
noch die Gewohnheit der anderen,
nach uns zu greifen.
Ein Blick zur Tür.
Ein gedeckter Platz.
Ein Satz,
der unseren Namen erwartet.
Doch auch das vergeht.
Die Hände der Lebenden
lernen die Leere.
Sie stellen die Tassen um,
räumen unsere Dinge fort,
öffnen die Fenster
in Zimmern,
die uns nicht mehr gehören.
Bis nichts mehr fehlt.
Bis selbst die Lücke,
die wir hinterlassen haben,
ihre Form verliert.
Dann ist die Welt
wieder vollständig.
Nicht weil wir zurückgekehrt sind,
sondern weil sie gelernt hat,
ohne uns auszukommen.
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