Die Flöhe

Ein Gedicht von Klaus Lutz
Er sucht die Flöhe in seiner Wohnung! Dabei juckt es bei
Ihm im Kopf. Aber er vermutet sie in den Wänden. Hinter
dem Schrank. Unter dem Sofa. Auf dem Tisch. Irgendwo
im Teppich. Auf der Fensterbank. Bei einem Regal. In
einer Schublade. Unter den Tapeten. Genau so hört sich
seine Wohnung an. Dabei sagt ihm keiner, wie er die
Flöhe findet. Mit einer Therapie. In seinem Kopf. Bei
einem Psychologen!

Er glaubt wirklich an Wunder! Und will das Rätsel lösen.
Um die Flöhe in der Wohnung zu finden. Darum das
Gerumpel. Endlos Tag für Tag. Von Zimmer zu Zimmer.
Mit Krawall und Radau. Mit Hoffnung und Glauben Und
der Kraft der Verzweiflung. Mit der denkt er, die Flöhe zu
finden. Aber er ist ohne Klarheit. Ohne jedes Wissen.
Ohne eine Wahrheit. Sonst wüsste er: Die Flöhe sind
nur in seinem Kopf!

Er arbeitet mit letzter Kraft! Mit Lupe. Mit Staubsauger.
Mit Wischtüchern. Um die Flöhe zu finden. Um die Flöhe
zu beseitigen. Um frei zu sein von Flöhen. Dabei hat er
alles im Blick: „Jede Ecke! Jeden Platz! Jede Ritze!“
Denkt ohne Fehler nach. Tastet jede Fläche ab. Lässt
keine Stelle unberührt. Findet aber keine Flöhe. Denn
sie sind nur in seinem Kopf. Was ihm jedoch kein
Mensch sagt!

Er braucht eine Kur! Stille braucht er. Liebe ist wichtig
für Ihn. Dann hört er die Flöhe. Dann sieht er den Ort
wo sie Leben. In seinem Kopf! Dann kann er Blumen
pflücken. Lieder singen. Mit Karten spielen. Dann
fliehen die Flöhe. Dann kann er in die Wohnung
zurück. Dann hat die Suche ein Ende. Dann findet er
den Frieden. Ohne Radau und Krawall. Ohne Flöhe
im Kopf. Nur mit: „Mensch ärgere Dich nicht!“


(C)Klaus Lutz



Ps. Am 17.7.2022 auf
Pravda Tv online gestellt!

Informationen zum Gedicht: Die Flöhe

21 mal gelesen
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06.09.2022
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