Die Fassade aus Glas und Stein

Ein Gedicht von Dieter Schorer
Die Fassade aus Glas und Stein
​Vier Wände, Auto, kühles Nass,
ein Leben auf dem Überholpass.
Das Statussymbol muss perfekt gedeihen,
da bleibt kein Platz für Kinderschreien.
​Der Pool ist blau, der Rasen glatt,
man schuftet sich für Steine satt.
Und sind die Kleinen mal im Weg,
wird schnell der Schalter umgelegt.
​Das Fernsehen dient als Kindersitter,
hinter der Fassade wird es bitter.
Man schiebt sie ab ins bunte Licht,
denn Zeit für Nähe hat man nicht.
​Man kennt den Nachbarn nur vom Seh’n,
beim schnellen Vorübergeh’n.
Ein kurzes Nicken, stummer Gruß,
weil man ja ständig pflegen muss.
​Kein Grillen mehr, kein Glaserl Wein,
man will nur unter sich mehr sein.
Der Zaun ist hoch, die Hecke dicht,
doch echte Freunde sieht man nicht.
​Wer alles halten und besitzen will,
bei dem steht das Herz am Ende still.
Man pflegt den Status, Stein auf Stein,
und lässt die Welt da draußen sein.

Informationen zum Gedicht: Die Fassade aus Glas und Stein

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08.02.2026
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