Die alte Dame von Gegenüber

Ein Gedicht von Gudrun Nagel-Wiemer
Manchmal sehe ich sie weinen,
meistens, wenn sich der Abend neigt.
Von Weiten möchte man dann meinen,
dass sie sich Einsamkeit dann zeigt.

Ihre Blicke schweifen in die Ferne,
das weiße Haar schimmert im Licht.
Vielleicht zählt sie ja gerad´ die Sterne?,
heute Nacht ist wieder klare Sicht.

Ich kenne die Dame nur vom Sehen,
doch sie erscheint mir sehr vertraut.
Wenn wir Zwei am Fenster stehen,
haben wir uns oft angeschaut.

Manchmal winke ich zu ihr rüber,
dann huscht ein Lächeln über ihr Gesicht.
Ich mag die Dame von gegenüber,
sie wirkt so zerbrechlich, im Dämmerlicht.



Gudrun Nagel-Wiemer

Informationen zum Gedicht: Die alte Dame von Gegenüber

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16.03.2026
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