"Dichterfürst" Goethe
-Fiktion –
-1-
Dichter sich ehrfürchtig vor ihm verneigen,
aus Schamangst noch mehr Gedichte vergeigen,
er ist der unangefochtene Meister,
für Verse braucht er weder Schaum noch Kleister.
-2-
Seine Gedichte sind geistig hochstehend,
in ihnen ist roter Faden ist durchgehend,
sein Wortschatz, unendlich wie das Firmament,
die Weisheiten der Welt tiefgründig benennt.
-3-
Jedes Gedicht jeglicher Kritik standhält,
alle Reime sind blitzsauber aufgestellt,
nicht ein Fitzelchen Leim sie zusammenhält,
der Spannungsbogen niemals zusammenfällt.
-4-
Leichtfüßig ist der Rhythmus von Versfüßen,
die Dichtermuse lässt melodisch grüßen,
die Satzmelodie schmeichelt kritischem Ohr,
bis jetzt man nur lobende Worte verlor.
-5-
Dichter sich ehrfürchtig vor ihm verneigen,
inzwischen fast jedes Gedicht vergeigen,
irgendwann frustriert das Dichten aufgeben,
vielleicht „weiter dichten“ im nächsten Leben.
Das könnte Sie auch interessieren