"Dichterfürst" Goethe

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
-Fiktion –

-1-
Dichter sich ehrfürchtig vor ihm verneigen,
aus Schamangst noch mehr Gedichte vergeigen,
er ist der unangefochtene Meister,
für Verse braucht er weder Schaum noch Kleister.
-2-
Seine Gedichte sind geistig hochstehend,
in ihnen ist roter Faden ist durchgehend,
sein Wortschatz, unendlich wie das Firmament,
die Weisheiten der Welt tiefgründig benennt.
-3-
Jedes Gedicht jeglicher Kritik standhält,
alle Reime sind blitzsauber aufgestellt,
nicht ein Fitzelchen Leim sie zusammenhält,
der Spannungsbogen niemals zusammenfällt.
-4-
Leichtfüßig ist der Rhythmus von Versfüßen,
die Dichtermuse lässt melodisch grüßen,
die Satzmelodie schmeichelt kritischem Ohr,
bis jetzt man nur lobende Worte verlor.
-5-
Dichter sich ehrfürchtig vor ihm verneigen,
inzwischen fast jedes Gedicht vergeigen,
irgendwann frustriert das Dichten aufgeben,
vielleicht „weiter dichten“ im nächsten Leben.

Informationen zum Gedicht: "Dichterfürst" Goethe

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21.06.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.