Diagnose im Spiegel des Auges

Ein Gedicht von Claudia Behrndt
Die Bindehaut ist klar entzündet,
ein roter Saum um meinen Blick.
Gefäße weit, das Licht verschwindet,
der Tränenfluss kommt stets zurück.

Ich fühl ein Brennen, Zellalarm,
mein Lid reagiert gereizt und schwer.
Sekret wird klar, die Fläche warm,
mein Blick ist müde, sieht nichts mehr.

Doch Zeit und Ruhe wirken sacht,
ich halt die Augentropfen still bereit.
So wird die Entzündung abgemacht,
bis Heilung kommt in Klarheit, weit.

Ich spüre, wie das Rot verblasst,
ich atme Licht, das wieder passt.
Ich öffne still mein müdes Lid,
ich seh die Welt – und sie sieht mich.

© Claudia Behrndt
Januar ´2026

Informationen zum Gedicht: Diagnose im Spiegel des Auges

5 mal gelesen
(Eine Person hat das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 3,0 von 5 Sternen)
-
24.02.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Claudia Behrndt) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.