Der Zirkus der Märchen

Ein Gedicht von Klaus Lutz
Trotz der Demenz der Seele denke
ich, jedes Gefühl ist wichtig. Darum
das letzte Gefühl der Seele von mir.
Das ich ohne ein Problem nennen
werde. Ohne Tralala. Jetzt sofort.
Und das letzte Gefühl ist: „Der
Kaffee ist kalt!“

Jetzt zum Alltag. Reis ist Reis.
Bohnen sind Bohnen. Nudeln sind
Nudeln. Und wer klar denkt, der weiß
auch: Eier sind keine Tomaten.

Und sind Ecken auch Ecken? Oder
nur versteckte Kreise? Und wie ist
der Apfel in der Kiste? Ist er der
gleiche Apfel wie der Apfel im Regal?
Und wenn die Sonne allein ist, ist sie
dann eckig?

Und kann der Stern auch hüpfen, dann,
wenn er die Birne seines Lebens sieht?
Und was denkt der Humor, wenn er eine
Träne trifft? Und was empfindet
das Schneewittchen im Traum – ohne
einen Skiurlaub? Und was macht die
Seifenblase, wenn sie nicht platzt? Und
hat der Kuckuck auch Freunde im
Winter? Und welche Frage ist auch dem
lieben Gott fremd? Gibt es die Sauna
nur für Stiefel?

Wenn ich das Leben klar sehe, dann sehe
ich eins mit Klarheit: Besser ein Liebesfilm
als ein Spazierstock im Schrank.

Jetzt bin ich unterbrochen worden und
habe keine Ahnung, wie der Text weitergeht.
Die Berge mit Schnee auf der Sonne. Und
die Wissenschaft, die sich freut, dass es
da auch Schmetterlinge gibt! Und wie der
Geiger auf dem Mond hört, bei einem
Tee und Keksen.

Jetzt hat der Text zu viel Bam Bam Bam!
Und nun das Bim Bam. Und was der
Zirkus der Träume kann: „Mit Witz! Mit
Herz! Mit Wissen! Mit Plänen! Mit Glück!“

Er kann mit Fantasie die Zeit vertrödeln.
Auf dem Sofa liegen. Einen Comic lesen.
Die Hemden bügeln. Die Blumen gießen.
Und sagen: „Schön.“ Das kann der Zirkus
der Märchen!

(C) Klaus Lutz

Informationen zum Gedicht: Der Zirkus der Märchen

14.09.2026
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