Der letzte Espresso
Ein Gedicht von
Sonja Dworzak
Um viertel nach vier im Café „Alibi“,
geschah ein Verbrechen, so perfide wie nie.
Herr Schultze, ein Kenner der Kaffeekultur,
saß ahnungslos dort und blickt´auf die Uhr.
Er rief den Barista und orderte laut:
„Ein doppelter Espresso, perfekt aufgebaut!
Tiefschwarz wie die Nacht und mit cremiger Pracht.“
Er ahnte nicht, wer ihm den Untergang bracht’.
Der Kellner, Herr Schmidt, schlich zur Bar mit Elan
und warf mit Kalkül die Kaffeemühle an.
Doch mischte er heimlich, von Neid ganz zerfressen,
ein Pülverchen bei – denn er war wie besessen
von Schultzes exklusivem Kaffeekontor,
das dieser sich einst in Kolumbien erkor.
„Ihr Kaffee, mein Herr!“, sprach der Kellner galant.
Herr Schultze ergriff nun die Tasse mit gieriger Hand.
Er nahm einen Schluck von dem heißen Getränk,
doch Gift war des Kellners geheimes Geschenk:
Gar plötzlich erbleichte das Opfer im Gesicht,
er stöhnte, er röchelte: „Das schmeckt mir so nicht...“
Das Koffein raste, das Herz blieb still stehn,
Herr Schultze war maustot, schrecklich zu sehn!
Die Kripo traf ein, Kommissar Knorpel war da,
der den Tatort mit scharfem Expertenblick sah.
Er roch an der Tasse und rief in den Saal:
„Das war kein Espresso, das war Arsen(al)!“
Er packte den Kellner direkt am Tablett:
„Sie spielten die Rolle zwar überaus nett,
doch dieser Espresso wird Ihnen zur Last –
Sie wandern dafür lebenslänglich in Knast!“
Der Mörder gestand, die Handschellen klickten,
während die Gäste verstört vor sich hin blickten.
Die Moral von der Geschicht’?
Trink deinen Kaffee stets wachsam und klug,
manch süßes Versprechen ist bitterer Trug.
SDR
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