Der fremde Geigenspieler

Ein Gedicht von Horst Hesche
Das stand am Bahnhofseingang jener junge Mann,
für alle fremd, mit langen krausen Haaren.
Doch als er zu spielen dann begann,
hat mancher eine Überraschung so erfahren.

Die sanften Töne schwebten in der Halle
auch leichte Wehmut lag darin,
dazu noch Melancholie von Fall zu Falle.
Auch flog das Leid der Einsamkeit dahin.

Die Passagiere eilten in der Halle hin und her,
zum Zug, zum Ausgang und so weiter.
Für Streichmusik fand keiner hier Gehör.
Die Reiselust war vielen hier Begleiter.

Ein junges Mädchen gewahrte da den Musikanten
nahm eine Gerbera aus Mutter's Blumenstrauß
und schenkte sie dem Unbekannten,
ging dann beglückt mit ihr nach Haus.

Mit reiner Seele und Verstand!
Sie hat die Melodie aus allem Lärm heraus gefunden,
den echten Sinn des Auftritts dann erkannt,
sowie die Einsamkeit vielleicht auch selber mitempfunden.

Informationen zum Gedicht: Der fremde Geigenspieler

5 mal gelesen
(Eine Person hat das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 5,0 von 5 Sternen)
1
29.03.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Horst Hesche) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.