Der Bruch

Ein Gedicht von René Oberholzer
Ein Beben der Stärke 6
Hat Teile der Altstadt zerstört
 
Einst aufrechte Menschen
Liegen neben Schutt und Trauer
 
Eine alte Frau mit Platzwunde
Sucht nach Erinnerungen
 
Sie findet das Foto ihres Sohnes
Kurz vor dem Coming-out
 
Ein Pater redet am Radio
Bereits von der Strafe Gottes
 
Er appelliert an das Gewissen
Das Naturrecht zu akzeptieren
 
Das Holzkreuz der alten Frau
Ist für immer zerbrochen


© René Oberholzer, 2016

Informationen zum Gedicht: Der Bruch

02.09.2017
144 mal gelesen
Danke für deine Rückmeldung.
Dieses Gedicht hat 0 Leser gefallen und 0 Leser berührt.
Das Gedicht darf weder kopiert noch veröffentlicht werden.