Der Atem der Natur
Der Winter haucht in weißem Licht
einen Duft, der nur von Stille spricht.
Kristallene Klarheit, frisch und rein;
sie lädt uns zum Verstummen ein.
Doch wenn das Eis im Graben bricht,
zeigt die Luft uns ein neues Gesicht.
Im Frühling riecht's nach Aufbruch nun,
nach nasser Erde und fleißigem Tun.
Der Sommer steht in voller Pracht,
die Aktivität hat er uns gebracht.
Es riecht nach Heu und warmem Stein,
da will die Welt ganz im Draußen sein.
Bis sanft der Wind dann die Blätter dreht
und den Duft von Gemütlichkeit zu uns weht.
Im Herbst, der nach reifen Früchten riecht,
wo ein jeder sich gern in Decken verkriecht.
So schließt sich sacht der Zeitenlauf
und blüht jedes Jahr auf's Neue auf.
Denn wenn der letzte Duft verweht,
der Kreis von vorn zu drehen versteht.
© Birgit Klingebeil
[2026]
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