Denkanstöße

Ein Gedicht von Helmut A. Pätzold
Gerecht verteilt scheint der Verstand,
schaut man sich um im weiten Land
ist beinah jeder Mensch hienieden,
mit seinem Anteil recht zufrieden.
Das gilt jedoch, Gott sei’s geklagt,
solange nur, bis der was sagt.
Dann unterscheiden sich die Geister,
getrennt in Scharlatan und Meister.
Und es bestätigt sich erneut,
Verstand ist zufällig gestreut.
Wenn ein Organ den Dienst quittiert,
nicht mehr läuft so wie geschmiert,
fängt man zu überlegen an,
ob man es nicht ersetzen kann.
Bei Nieren, Leber, Herz und Lungen,
ist das den Ärzten schon gelungen.
Doch beim Gehirn, ich sag es schlicht,
geht das zum Glück bis heute nicht.
Allein die Frage ist schon schwer:
Wo kriegt ein neues Hirn man her?
Auch blieb beim Tausch das Risiko,
wie hoch ist nun das Denkniveau?
Hier muss die Erkenntnis gelten,
kluge Hirne sind recht selten!
Wird ein Computer neu bestückt,
mit einer Festplatte beglückt,
dann lädt man drauf was nötig sei,
ob Dienstprogramm, ob Bilddatei.
Man stopft sie voll mit neuer Zeit,
sie hat keine Vergangenheit.
Bei dem Gehirn geht so was nicht,
es ist nun mal kein Leichtgewicht.
Das alte raus, das neue rein,
ach könnt es doch so einfach sein.
Mit einem Schnitt, es wär zum Lachen,
aus Simpel einen Einstein machen.
Doch weg wäre die Jugendzeit,
Liebesglück und Liebesleid.
Auch der erste Kuss sogar,
wäre nicht mehr abrufbar.
Es wäre so wie neu geboren,
Erfahrungsschatz – alles verloren.
Das neue sicher schneller wäre,
doch fehlt total die Atmosphäre,
die mit dem alten war gegeben
und farbig machte unser Leben.
Es geht ganz gut noch mit dem alten,
und darum soll man es behalten.

Informationen zum Gedicht: Denkanstöße

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28.03.2016
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