Das Pfandhaus der Träume
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Der Staub auf den Saiten berichtet von den Wegen,
von Nächten in Kneipen, die keiner mehr zählt.
Ein Liedermacher summt, halb leise, halb verlegen,
von dem, was uns trägt – und dem, was uns quält.
Dort draußen am Fluss steht die Zeit in den Weiden,
die Welt dreht sich weiter, als wär nichts geschehen.
Man lernt zu verzichten, lernt schweigend zu bleiben
und geht seinen Weg, den nur wenige gehen.
Kein Silber, kein Gold – nur die Worte im Wind,
die wie ferne Echos durch Gassen noch ziehen.
Wir ahnen erst heute, wer wir wirklich sind,
nach all diesen Fragen, die Jahre uns ziehen.
Es bleiben nur Geschichten in Zimmern,
auf Bierdeckeln, im Lachen und Rauch
und Worte, die flimmern wie fernes Erinnern,
als wüssten sie besser, was bleibt – nur ein Hauch.
Man weiß zu verzichten, weiß zu meiden,
was man einst begehrte – in mancher Nacht.
Man lässt es zurück an verregneten Zeiten
und geht mit dem, was keinen Lärm mehr macht.
Wir ahnen erst heute, wer wir wirklich sind,
nach all diesen Fragen, die Jahre uns tragen.
Im Pfandhaus der Träume verstaut sich die Zeit
und wir zahlen mit Leben für vergangene Tage.
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