Das Glückskleeblatt

Ein Gedicht von Brigitte Frey
Nahm ein altes Buch hervor,
es lag so manches Jahr,
da störte mich ein Eselsohr,
das grundlos dort nicht war.

Als ich die Seite aufgeschlagen,
da hab ich es entdeckt,
ein gepresstes Kleeblatt wars,
das ich da einst versteckt.

Als ich noch nicht sechzehn war,
das viel mir plötzlich ein,
da sollte dieses Blatt, so war,
ein Glücksbringer mir sein.

Die erste Liebe muss es gewesen sein,
er hielt mich bei der Hand,
als er am Wiesenrain
das Glückskleeblättchen fand.

Ich habe es in Ehr gehalten
und in dem Buch gepresst,
hab gehofft, das Glück soll halten,
dass er mich nie verlässt.

Das Kleeblatt ist nun ausgeblichen,
verlor das letzte Grün,
die Liebe war auch bald gewichen
und er ging auch dahin.

Ich leg das Blättchen nun zurück,
wo es lag so lange Zeit,
es erinnert mich an erstes Glück,
doch auch ans erste Leid.

Informationen zum Gedicht: Das Glückskleeblatt

1.111 mal gelesen
(Eine Person hat das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 5,0 von 5 Sternen)
-
28.02.2014
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.
Anzeige