Das Abenteuer Langsamkeit
Von Ungeduld getrieben
hetzen wir über breite Straßen,
möchten den andern beiseite schieben,
um am Ziel bloß nichts zu verpassen.
Ständig sind wir in Bewegung,
vor unseren Augen rauscht die Welt vorbei,
und zeigen wir mal keine Regung,
ruft uns ein „Weiter so!“ herbei.
Wir stellen meistens keine Fragen:
Was mach ich hier, was ist nun richtig?
Wir rennen durch die Zeit an allen Tagen,
nur der Termin bleibt immer wichtig.
Irgendwann, da kommt die Stunde,
da wird man klüger und entspannter,
ist mit der Ruhe fest im Bunde,
beschreitet Seitenwege imposanter.
Wo Hecken wachsen, Blumen blühen,
wo fern das weite Meer noch rauscht,
dort vergesse ich all Sorg' und Mühen,
weil keine Menschenseele mich belauscht.
Die Hektik ist nicht mehr so wichtig,
das hochgesteckte Ziel schnell zu erreichen.
Der Wechsel zur Langsamkeit ist richtig,
wenn Schnelligkeit Gelassenheit muss weichen.
Tief im Innern spüren wir es morgen,
es gibt mehr als Pflicht und Ambitionen,
vergessen sind die alten Gier und Sorgen,
ein Frühlingszauber wird uns reich belohnen.
Wir müssen nicht auf Autobahnen jagen,
wenn wir getrost die Langsamkeit zulassen,
wo hinter Kurven kleine Wunder warten,
vertrauen wir auf stille Seitenstraßen.
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