Bukarest 2025

Ein Gedicht von Der Tod ist ein Meis
Man muss mit Gewalt ersinnen,
was an Bukarest noch schön erscheinen mag –
und dennoch stirbt man dort vor Sehnsucht.
[Małgorzata Rejmer, „Bukarest. Staub und Blut“]
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Ich besuchte diese Stadt im März des vergangenen Jahres.
Dies Gedicht ist ein lyrischer Versuch,
meine Erinnerungen festzuhalten.

Der Duft von Parfüm schwebt durch die Luft
des verlausten Bukarests.
Ich sauge ihn ein mit meinen Nüstern,
mit allen Sinnen zugleich.

Er füllt die Räume,
am Flughafen Henri Coandă,
der nicht aus Ruanda stammte,
mit einer Note von Orange –
doch niemand tanzt dort.

Ich sehe neue Körbe, gefüllt mit Hoffnung,
getragen von einer alten Orangenverkäuferin.
Doch etwas stört dieses Bild:
der kommunistische Palast des Parlaments,
der an keinen exotischen Orient erinnert.

Schade, dass man ihn nicht zerstören kann –
ich sähe dann gewiss mehr.
Und doch ist er ein Symbol,
recht charakteristisch,
doch wenig lyrisch.

Vielleicht erblickte ich dann
dich, Rumänin – Hüterin meiner Träume.
Du ziehst deine Kreise
am Himmelszelt.
Sagt, gnädige Frau:
„Atmete es sich dann nicht freier?“

Niemand weiß Bukarest zu schätzen –
es ist nicht Budapest,
kein Ort des Asyls
für manch verlorenen Geist.
Und doch ist es auf seine Weise schön –
möge jemand es beschwören!

Der Tod ist ein Meister

Informationen zum Gedicht: Bukarest 2025

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Ich
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19.04.2026
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