Blindes Begreifen
Mit verbundenen Augen
liegen wir uns gegenüber,
ertasten unser Vertrauen,
in jeder Berührung spürbar.
Ein Blind Date bis zum Ende,
gewagte Faszination der Lust,
Sucht nach fremdem Gelände,
Vergnügen von Kopf bis Fuß.
Aufregender Hautkitzel reizt,
Geruch und Geschmack perfekt,
Angst und Furcht weit abseits,
Stimmen elektrisieren direkt.
Unkonventionelles Streben trieb
zwei sich zugetextete Menschen,
bis beiden nur das Einzige blieb,
sich hinzugeben ihren Wünschen.
Die Augenbinden letzte Distanz,
andere Sinne liefern all die Daten,
eifrig erfassen sie ihr Subjekt ganz,
kosten, drücken, riechen, laben.
Hinterlassen feuchte Lustspuren,
entfachen pulsierende Schauer,
fremdes Stöhnen bringt auf Touren,
der Reiz des Neuen ist von Dauer.
Lang ersehnte, geteilte Sehnsüchte
überströmen uns auf Seidenlaken,
blind erkennen wir unsere Abdrücke,
DNA würde uns als Täter verraten.
Immer und immer wieder probieren
unsere Sensoren in ihrem Metier,
senden Ergbnisse zum Evaluieren,
das innere Bild wird zum Porträt.
Lassen uns viel mehr Zeit als muss,
stürzen mehrfach von hohen Klippen,
erliegen der Droge namens Genuss,
wilden Honig wir von uns nippen.
Erwachen beide spät im Dunkeln,
die Binden halten das Licht fern,
zum Anziehen wir uns anfunkeln,
erkennen uns vom Kennenlernen.
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