Bis zum Hals

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Zuerst
besetzen sie
die Wörter.

Freiheit
muss den Arm heben.

Heimat
bekommt Zähne.

Ordnung
schnürt dem Land
die Rippen zusammen.

Dann hängen sie
ihre Bilder
über jede Wirklichkeit:

glatte Gesichter,
saubere Straßen,
Fahnen,
die dem Himmel
die Kehle zudrücken.

Wer widerspricht,
bekommt einen Satz
in den Mund geschoben,
bis die eigene Stimme
nicht mehr hindurchpasst.

Bald steht das Land
bis zum Hals
in Parolen.

Und irgendwann
liegt es
mit schwarzer Zunge
unter den Fahnen.

Informationen zum Gedicht: Bis zum Hals

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17.07.2026
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