Bis bald

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
Der Zug war da. Die Uhr war unerbittlich.
Du hieltest meine Hand, als ob sie bliebe.
Wir umarmten uns so richtig appetitlich
und flüsterten einander noch von Liebe.

„Wir sehen uns bald wieder,“ sagtest du.
Der Satz, ‘ne Münze im defekten Automaten.
Natürlich nickte ich dir lächelnd zu,
um uns nicht voll und ganz hier zu verraten.

Die Türen schlossen sich wie müde Augenlider.
Der Bahnsteig wurde groß und leer und fremd.
Ich wusste, ich seh dich wohl niemals wieder,
auch wenn mein Mund das Gegenteil bekennt.

Der Zug zog fort, als hätte er beschlossen,
das letzte Bild von dir davonzutragen.
Ich blieb zurück, von deinem Blick getroffen
und hörte mich noch lange „bis bald“ sagen.

Informationen zum Gedicht: Bis bald

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05.06.2026
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