Berufseinstieg

Ein Gedicht von Max Vödisch
Mit sechzehn stand die Welt mir offen,
erfüllt hat sich mein langes Hoffen,
um nun eig'ne Pfade einzuschlagen,
die große Freiheit einst zu wagen.

Die Schulzeit ließ ich gern zurück,
ich suchte Arbeit, kleines Glück.
Die Freunde standen schon im Leben,
auch ich wollt' nach der Zukunft streben.

Ein Auto war mein großes Ziel,
die Freiheit bedeutete mir viel.
Auf eignen Beinen wollt' ich steh'n
und meine eignen Wege geh'n.

Ich wusste klar, was ich nicht wollte,
wohin mein Weg mich führen sollte.
Drum fiel die Wahl ganz ohne Hast
auf einen Beruf, der zu mir passt.

Die Lehre nahm ich an mit Mut,
ich arbeitete viel – und das tat gut.
Den Beruf Industriekaufmann stolz erlernt,
schien mir der Erfolg nicht weit entfernt.

Doch manchmal schreibt das Dasein neu,
kein Plan bleibt allen Zeiten treu.
Die Textilkrise kam geschwind
und trug die Träume fort im Wind.

Die berufliche Zukunft schien mir fern,
verblasst war mein Lebensstern.
Was fest als Übernahme vor Augen lag,
verschwand an einem einzigen Tag.

Doch eines nahm mir niemand fort:
den Glauben an den eignen Ort.
Türen schließen, Tore geh'n auf –
so nahm die Reise ihren Lauf.

Informationen zum Gedicht: Berufseinstieg

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22.07.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Max Vödisch) für private Zwecke frei verwendet werden. Hier kommerzielle Anfrage stellen.