Anwesenheit

Ein Gedicht von Chandrika Wolkenstein
In der vierten Klasse
gaben sie ihm einen Namen,
der nicht seiner war.

Zwei Silben.
Leicht genug für jeden Mund,
schwer genug,
seinen Rücken zu beugen.

Die Lehrer hörten Lachen.
Er hörte,
wie sein Körper
zur Anschlagtafel wurde.

Das Wort kam mit nach Hause,
saß auf seinem Kissen,
aß zuerst seinen Schlaf,
dann seine Stimme.

Noch heute
kann ein Flüstern
die alte Schultür öffnen.

Dahinter hängt sein Schweigen
noch an der Garderobe.

Er lässt es dort.
Es ist ihm zu klein geworden.

Informationen zum Gedicht: Anwesenheit

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23.08.2026
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