An seinen Direktiven gibt es nichts zu rütteln

Ein Gedicht von Ingrid Baumgart-Fütterer
-Fiktion –

-1-
Er stößt sie zurecht, maßregelt sie
springt mit ihr um wie mit nem Stück Vieh,
schreibt ihr vor, was sie zu denken hat,
wälzt sie wie ne Flunder verbal platt.
-2-
Er gibt ihr immer die Richtung vor,
ergeben blickt sie zu ihm empor
lässt sich kurzhalten am Gängelband
und frisst ihm gehorsam aus der Hand.
-3-
Er hat ihren Willen gebrochen,
devot kommt sie daher gekrochen -
gleich einem Hund auf allen Vieren,
lässt sich herumkommandieren.
-4-
Er spielt sich als ihr Besitzer auf,
die Unterdrückung nimmt sie in Kauf,
zeigt ihm nie deutlich ihr Missfallen,
ist sie ihm schon restlos verfallen?

Informationen zum Gedicht: An seinen Direktiven gibt es nichts zu rütteln

7 mal gelesen
06.02.2026
Das Gedicht darf unter Angabe des Autoren (Ingrid Baumgart-Fütterer) für private und kommerzielle Zwecke frei verwendet werden.