Amsterdam – Sommer der offenen Wege
Ein Gedicht von
Max Vödisch
Wenn du nach Amsterdam kommst, lass die Zeit am Ufer stehn,
denn im Gras des Vondelparks darf sie einfach schlafen gehn.
Barfuß liegt dort das Versprechen still im tiefen, warmen Moos,
alte Zwänge, fremde Regeln lässt man hier für immer los.
Räder rollen ohne Eile, jeder Weg ist selbst das Ziel,
offne Fenster, offne Köpfe, jeder Traum zählt hier so viel.
Worte fliegen leicht wie Rauch, die Vision bleibt fest bestehn,
weil wir in der Hoffnung Kraft für eine neue Welt nun sehn.
Doch im Paradiso wartet schon das Licht, das brennt und bricht,
wo die alte Kirchenmauer jetzt von neuen Wundern spricht.
Bänke wurden Tanzflächen, Orgeln lernten Strom und Schrei,
aus dem Amen wurde Aufbruch, aus dem Schweigen: „Ich bin frei.“
Tausend Rhythmen, tausend Namen hallen durch den hohen Raum,
jeder Ton ist ein Bekenntnis, jeder Abend wird zum Traum.
Wo man einst zum Himmel flehte, tanzt die Jugend nun im Licht,
weil das Echo jener Jahre heute noch von Liebe spricht.
Amsterdam, du sanfte Wende, Revolution ohne Zwang,
eine Kirche wurde Zukunft, weil die Welt dort Lieder sang.
Ein Sommer, der für immer bleibt, als ein Klang aus Licht und Sein,
denn die Freiheit jener Tage wollte niemals flüchtig sein.
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