Als die Nacht ein Kind verlor

Ein Gedicht von Jojo Rekowski
Einst schlug ein Vater seinen Sohn
Brachte er ihn um des Monatslohn?
Das Geld ist weg, welch Streich!
Der Brief leer, der Vater bleich
Der Sohn auf eine Linde flieht

Ein Licht bricht und stirbt,
den Augenreiz ganz verwirkt
Der Himmel schon blutig rot
so wie des Kindes Not
Die Nacht währt furchtbar kalt

Ihm dünkt es dunkelt
ein Stern schon funkelt
Es graut dem Morgen
Die Sonne in Sorgen,
die Nacht währt ewig lang

Die Mutter ruft: Geschwinde!
Der Vater beichtet seine Sünde
Es gab zum Prügeln keine Gründe
Im Winde klettert nun das Kinde
an der Rinde hinab die Linde

Still währt die Nacht, der Sohn in den Tode stürzt

Das Geld genommen in Eile
hat die Mutter vor einer Weile
In Scham sie hats verschwiegen
Wollt damit des Vaters Sucht besiegen

Alkohol und Lüge. Wer gibt den Eltern nun eine Rüge?

Informationen zum Gedicht: Als die Nacht ein Kind verlor

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03.12.2017
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