All der Schmerz der Welt
Ein Gedicht von
Kerstin Mayer
Ein Stein liegt schwer in meinem Magen,
das Loch der Seele ist so tief.
Von heut an werd‘ ich nichts mehr wagen,
ich spür die Geister, die ich rief.
Ein fremder Blick in meinem Spiegel,
zwei tote Augen, kalt und leer.
Ein Untergang mit Brief und Siegel,
der Schmerz der Welt wiegt heut so schwer.
Der Mensch ist wohl gemacht zum leiden,
ich seh ein halb verbranntes Land.
Die Angst muss sich nicht mehr verkleiden,
ich geb das Steuer aus der Hand.
Es liegt nicht nur das Herz in Trümmern,
es ist die Welt, die still zerbricht.
Es wird sich niemand um mich kümmern,
die Dunkelheit verdrängt das Licht.
Der Abgrund kommt ganz langsam näher,
es bebt der Weg bei jedem Schritt.
Der Rhythmus wird nun immer zäher,
ich komm allmählich nicht mehr mit.
Mein kleines Reich liegt jetzt in Scherben,
der Regen fällt, doch wäscht nichts rein.
Die Hoffnung fängt schon an zu sterben,
wann wird es jemals anders sein?
© Kerstin Mayer 2026
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