Abend im Wald
Im Wald stehn sie so dicht an dicht,
und nehmen sich das spärlich Licht,
und wenn der Tag sich müde neigt,
ein dunkles Raunen leis sich zeigt.
Ein Murmeln schwillt im Blätterdach,
wird hier und da zum leisen Krach,
wer ragt hinaus, wer bleibt zurück-
ein stetes Messen Stück für Stück.
Da hebt die alte Eiche sacht
die Stimme aus der Dämmernacht,
und bittet still um Einhalt nun-
der Wald beginnt in sich zu ruhn.
Nun senkt sich Stille in den Raum,
fast wie ein lang vergessener Traum,
das Flüstern wird zu sanftem Klang,
verliert den harten, hast`gen Drang.
Ein leiser Wind durch Zweige streicht,
dem jede Unruh sacht entweicht,
und Blatt für Blatt im Schweben zeigt,
wie sich das Wilde still verneigt.
Ein Wispern zieht nun lind und mild,
der Abend haucht ein zartes Bild,
die Bläter tanzen, kaum noch Klang,
wie leiser, ferner Elfen-Sang.
So sinkt der Wald in Träume sacht,
von leisem Glanz der Nacht bewacht,
und alles, was im Dunkel war,
wird still und friedlich, wunderbar.
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