6. Der Atem, der länger bleibt als gestern
Ein Gedicht von
Lewin Dunkel
6. Der Atem, der länger bleibt als gestern
Eine feine Verzögerung im Raum
Der Atem steht einen Moment
länger im Raum,
ein kaum sichtbares Bleiben
an der Stelle zwischen
Ein und Aus.
Er hält sich fest,
als prüfe er
den nächsten Schritt.
Die Luft trägt
eine leichte Spannung,
ein dünnes Ziehen
unter der Oberfläche.
Der Raum wirkt enger,
nicht geschlossen,
nur stiller
als zuvor.
Nichts drängt,
nichts ruft,
doch der Atem bleibt
einen Hauch zu lang,
schmal, unentschieden,
und legt sich in die Stille,
als wolle er wissen,
wie weit sie trägt.
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