4. Der Tag, der seinen Stand verliert
Ein Gedicht von
Lewin Dunkel
4. Der Tag, der seinen Stand verliert
(Ein Zögern im Verlauf)
Der Tag beginnt flacher als sonst,
ein kaum spürbares Gleiten
unter seinem ersten Licht.
Er hält sich nicht fest,
schwankt einen Hauch
zwischen zwei Richtungen.
Die Stunden liegen lose,
als hätten sie ihren Takt
für einen Moment vergessen.
Ein feines Zögern
zieht durch den Verlauf,
ein stiller Riss
in der Ordnung des Lichts.
Nichts drängt,
nichts fällt,
doch der Tag tritt
einen Schritt daneben,
unentschieden,
und bleibt dort stehen,
als würde er warten
auf etwas,
das nicht kommt.
Das könnte Sie auch interessieren