11. Die Stelle, an der etwas beginnt und endet
Ein Gedicht von
Lewin Dunkel
11. Die Stelle, an der etwas beginnt und endet
(Eine leise Herkunft, ein offener Übergang)
An der äußersten Linie
liegt ein dünner Anfang,
ein kaum sichtbares Werden
unter dem ersten Licht.
Nichts ruft,
doch etwas tritt ein,
schmal, unentschieden,
wie ein Atem,
der sich formt.
Das Leben hält sich
zwischen zwei Bewegungen,
ein stiller Verlauf
ohne festen Grund.
Es bleibt nicht,
es fällt nicht,
es geht nur weiter
in einer Richtung,
die niemand kennt.
Der Tod ist ein Rand,
kein Bruch,
nur ein leises Übertreten
in einen Raum,
der sich nicht zeigt.
Ein feiner Übergang,
der weder Herkunft
noch Ziel benennt,
nur eine Stelle öffnet,
an der etwas
anders wird.
Und der Sinn liegt
zwischen diesen Linien,
nicht laut,
nicht fest,
nur ein dünner Faden
im Gleichgewicht der Welt,
ein stilles Halten
zwischen dem,
was beginnt,
und dem,
was bleibt.
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