Das Schiff
Ein Gedicht von
Peter Szneckneck
Der Kapitän ging von Bord
weil er nicht mehr an das Schiff geglaubt
Der Treibstoff für diese Überfahrt
wurde im Heimathafen bereits geraubt
Für die Stimme der Vernunft im Kopf
blieben alle Ohren taub
Einst beschiffbare Wasserstraßen
wurden zu Wegen voller Staub
Von Wellen zernagte Planken
Windstoß ins Leere, Verlust der Balance
Wut und Verzweiflung in dauerndem Wechsel
Unabstreitbarkeit eines Untergangs
Wenn die Schleife der Zeit ein Knoten wird
ersehnt die Nähe nur noch Distanz
Verlust ist häufig nicht nur ein Bisschen
zuweilen unabdingbar und ganz
SzignM 26.07.2026