Traurige Weihnachten

Ein Gedicht von Michael Adamitzki
Es steht ein Typ im dunklen Wald,
die Nase rot, es ist saukalt.
Sein Atem stinkt nach Alkohol,
ihm ist es scheinbar nicht recht wohl.

Verbeult sein Schlitten. Angeeckt?
Drum hat er ihn diskret versteckt,
tief drinnen im verschneiten Tann.
Sechs Rentiere zogen das Gespann.

Er rülpst nur laut in einer Tour.
von Reue zeigt er keine Spur,
So bietet er im Gegenteil,
für etwas Geld Geschenke feil.

Da die Geschäfte gehen mies,
da überlegt er sich halt dies:
Fängt aus den verpackten Flaschen,
einfach kräftig an zu naschen.

Drum ist der Kerl total versackt.
Mei, alles war so schön verpackt.
Alles ist verbeult, zerrissen,
seine Hos‘ hat er verschissen.

Drum werden wohl in diesem Jahr,
keine der Kinderträume wahr.
Weil dort im tiefverschneiten Tann,
besoffen grölt der Weihnachtsmann.

Informationen zum Gedicht: Traurige Weihnachten

1.744 mal gelesen
(2 Personen haben das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 4,8 von 5 Sternen)
2
15.12.2012
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.
Anzeige