Rumpelstilzchen

Ein Gedicht von Michael Adamitzki
Wenn ich Gold aus Stroh könnt spinnen,
schlief ich doch auf weißem Linnen.
Besäß zudem ein prunkvolles Schloss
und edel wär mein schwarzes Ross.

Entführt auch keinen Königssohn,
ich hätte ja nen eignen Thron.
Wahrscheinlich auch ne Kunigund,
mit einem roten Kirschenmund.

Müsste drum nicht täglich darben,
für ein Leben voller Narben.
Ist dieses nicht genug Beweis,
so frage ich den Leser leis.

Und bedenkt man alles recht,
das Rumpelstilzchen war nicht schlecht.
Hab, weil mich der Grimm so schuf,
diesen furchtbar schlechten Ruf.

Informationen zum Gedicht: Rumpelstilzchen

502 mal gelesen
(Eine Person hat das Gedicht bewertet. Der Durchschnitt beträgt 4,0 von 5 Sternen)
1
17.03.2016
Das Gedicht darf nur mit einer Erlaubnis des Autoren kopiert oder veröffentlicht werden. Jetzt Anfrage stellen.
Anzeige