Liebesfreud und Liebesleid

Ein Gedicht von Michael Adamitzki
Ich hörte einmal: “Very well,
du bist doch ein ganz Netter, gell,
als Kerle auch ganz gut geraten,
drum nimm dir diesen schweren Spaten.
Ich hab mir fei was ausgedacht
und was ich sag, das wird gemacht.

“Bei dieser Hitze soll ich graben,
du musst was an der Birne haben.“
“Bist du dann fertig, geh und koch,“
Das sagte diese Stimme noch.
Müde öffne ich die Lider,
da hörte ich die Stimme wieder:

“Ich sag es nicht ein zweites Mal,“
jetzt wird das Ganze mir zur Qual.
Ich komme einfach nicht zur Ruh,
drum mach ich meine Augen zu.
Es geht mich sicherlich nix an,
ich bin doch schließlich wer – ein Mann.

Wütend schwätz ich vor mich hin:
“So hat das Leben wenig Sinn,
so stell ich mir die Hölle vor.“
“Was glaubst du wo du bist, du Tor.“
Jetzt erkannte ich die Stimme,
meiner Frau, das war das Schlimme.

Hab sie doch grade noch gesehn,
in kurzen Höschen vor mir stehn.
Darum, da bin ich ganz perplex,
war liebevoll doch sonst – die Hex.
Nun stand sie da, in Wut geraten
und in der Hand, der schwere Spaten.

Informationen zum Gedicht: Liebesfreud und Liebesleid

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21.06.2011
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